Gesehen: Government Cheese

Familie Chambers lebt im Los Angeles der 1960er ein wildes Leben. Während Vater Hampton nur schwer die distanzierte Stimmung nach seiner Rückkehr aus dem Gefängnis verkraften kann und versucht, seine bahnbrechende Erfindung an den Mann zu bringen, hat nach den drei Jahren seiner Abwesenheit auch jedes andere Familienmitglied seine ganz eigenen Wünsche und Träume.
Die Farben und die Ausstattung der Serie lassen den Wunsch aufkommen, selbst in eine Zeit zu reisen, in der ich noch lange nicht gelebt habe. Alles scheint möglich, im Amerika dieser Jahre. Die Natur ist wild und schön, die Autos sind traumhaft, die Zukunft rosig und jeder seines Glückes Schmied. Selbst aus dem billigen Industriekäse der Regierung konnte Hamptons Mutter die leckersten Sandwiches kreieren – das titelgebende Bild prägt den Weg und die Weltanschauung des Protagonisten nachhaltig.

Paul Hunter inszeniert mit Government Cheese eine surreal-komische Drama-Serie, in der sich zitatkräftige Dialoge und raffinierte Fieberträume die Klinke in die Hand geben. Ein wenig Wes Anderson und eine ordentliche Portion David Lynch sind erkennbar. Im positiven, nicht kopierten Sinne.

Kommentiere!