💈 Barber-Pole
Ein Friseurbesuch war mal wieder dringend nötig, und wie man da so auf dem Stuhl des Künstlers sitzt, kommt man ja ins Reden. Aus nicht mehr rekonstruierbaren Gründen sind wir auf die Barber-Pole gekommen, jenen sich drehenden Wandschmuck, der international an vielen Barbierläden um Aufmerksamkeit buhlt und, wie ich gerade herausgefunden habe, sogar ein eigenes Emoji vom Unicode-Konsortium bekommen hat.
Zumindest kam die Sprache auf den historischen Ursprung der laut Wikipedia lustigerweise auch Frisierstange genannten Säule, und ich wurde vom fleißig an mir herumschneidenden Fachmann darüber aufgeklärt, dass mit dem weißen Hintergrund und dem roten Strich auf den damals ebenfalls vom Barbier durchgeführten Aderlass referenziert werden soll. Beim blauen Strich ist man unsicher – er könnte US-patriotischen Hintergrund haben oder für die Venen stehen, während Rot die Arterien symbolisiert. Das Drehen stellt im Wind trocknende Laken dar.
Wichtig sei zudem insbesondere in Südkorea, darauf zu achten, dass stets zwei Barber-Poles am Laden hängen, da einzeln auftretende auch auf ein Bordell hinweisen können.
Selten habe ich so aufgeschlaut den Friseur verlassen.
📺 Sofa-Streaming
So langsam kommen die Kinder in das Alter, in dem man mit ihnen alte Klassiker schauen kann und am wöchentlichen Filmabend nicht mehr nur Kinderprogramm schaut. Neulich war Zurück in die Zukunft dran und auf der Agenda steht E.T. Es gibt kaum eine Möglichkeit, sich unmittelbarer alt zu fühlen.
Ohne Kinder haben wir ansonsten bei Slow Horses reingeschaut. Die erste Staffel haben wir trotz des hervorragenden Gary Oldman nicht bis zu Ende geschafft, da ich partout nicht mit den Namen zurechtgekommen bin. Ich hatte ziemlich bald keine Ahnung, von wem oder über wen in den Dialogen die Rede war. Leider eine Schwachstelle bei mir und auch in Romanen manchmal ein K.-o.-Kriterium. Bei Gary Oldman muss ich immer an Léon - Der Profi denken – auch solch ein Klassiker, der zu einem anderen Zeitpunkt etwas für einen Familienfilmabend wäre.
Serientechnisch haben wir also stattdessen Steal gesehen. Sind nur sechs Folgen, spielt auch in London und die Hauptrolle hat Sophie Turner, die man von Game of Thrones kennt. Es geht um einen großen Raub, das MI5 und ganz viel Geld. Die Musik ist hier nur viel zu überambitioniert und ziemlich unpassend. Irgendetwas ist ja immer.